Glossar der KI-Videoproduktion
In Angeboten, Zeitplänen und Freigaberunden fallen Begriffe, die in unserer Branche selbstverständlich sind und sonst nirgends. Hier stehen die wichtigsten, kurz erklärt und so, wie wir sie tatsächlich verwenden. Jeder Begriff führt auf eine eigene Seite mit Beispielen, häufigen Fragen und der Person, die das Thema bei uns verantwortet.
Begriffe von A bis Z
Bewegtbild
Sammelbegriff für alles, was sich im Bild bewegt, also Film, Animation und generiertes Video. Agenturen nutzen das Wort, wenn die Technik offen bleiben soll: Ein Bewegtbild-Budget sagt noch nichts darüber, ob gedreht, animiert oder generiert wird.
Bildrate
Die Zahl der Einzelbilder je Sekunde, abgekürzt fps. Werbung läuft meist mit 25 fps, Kino mit 24. Zeitlupe braucht eine höhere Aufnahmerate, etwa 50 oder 100 fps, damit sie beim Abspielen weich bleibt. Generierte Szenen entstehen oft mit 24 fps und werden für den Schnitt angeglichen.
B-Roll
Ergänzende Einstellungen, die zwischen die Hauptaufnahmen geschnitten werden: Hände am Werkstück, ein Blick aus dem Fenster, das Produkt im Detail. B-Roll trägt selten die Aussage, hält den Film aber in Bewegung und deckt Schnitte. In der KI-Produktion ist B-Roll der Teil, der am verlässlichsten gelingt.
Charakterkonsistenz
Dass dieselbe Figur über mehrere Einstellungen hinweg gleich aussieht, also gleiches Gesicht, gleiche Kleidung, gleiche Frisur. Das ist die größte technische Hürde generativer Video-Modelle. Wir lösen sie über Referenzbilder, feste Beschreibungen und, wo nötig, Nachbearbeitung von Hand. Je länger eine Figur im Bild ist, desto aufwendiger wird es.
Deepfake
Ein täuschend echtes Abbild einer realen Person, erzeugt oder verändert mit KI. Seit dem 2. August 2026 verlangt Artikel 50 der KI-Verordnung bei Deepfakes eine Offenlegung. Wir erzeugen keine Abbilder realer Personen ohne deren Zustimmung. Was wann gekennzeichnet werden muss, steht im Ratgeber zur KI-Kennzeichnungspflicht in der Werbung.
Farbkorrektur
Das Angleichen von Helligkeit, Kontrast und Farbe über alle Einstellungen eines Films, damit er aus einem Guss wirkt. Darauf folgt oft eine bewusste Farbgebung, englisch Color Grading, die dem Film seine Stimmung gibt. Bei generierten Szenen ist dieser Schritt besonders wichtig, weil jede Einstellung aus einem eigenen Rechenvorgang kommt.
Freigabepunkt
Eine Stelle im Projekt, an der Sie zustimmen, bevor es weitergeht. Bei uns sind das vier: Konzept, Styleframes, Bewegungstests und Rohschnitt. Der Sinn ist, Änderungen dorthin zu verlagern, wo sie noch billig sind. Den ganzen Weg zeigt die Seite So läuft ein Projekt ab.
Generative KI
Modelle, die neue Inhalte erzeugen statt vorhandene nur zu sortieren oder zu erkennen. Für Video heißt das: Aus einer Beschreibung oder einem Bild entsteht eine Szene, die es vorher nicht gab. Die Modelle sind an großen Datenmengen trainiert und liefern bei gleicher Eingabe nicht zwingend dasselbe Ergebnis.
Hook
Die ersten ein bis drei Sekunden einer Anzeige, die entscheiden, ob jemand weiterschaut oder weiterwischt. Ein Hook ist kein Vorspann, sondern der Einstieg mitten in die Sache: eine ungewöhnliche Einstellung, eine Frage, ein Bild, das irritiert. Für Social Media Ads bauen wir mehrere Hooks zum selben Film, damit Sie sie gegeneinander testen können.
Hochformat 9:16
Das stehende Bildformat für Instagram Reels, TikTok und YouTube Shorts. Ein Film, der für 16:9 gebaut wurde, lässt sich nicht einfach beschneiden: Was am Rand liegt, verschwindet, und Text sitzt plötzlich falsch. Deshalb planen wir die Formate vorher und setzen die wichtigen Bildteile in die Mitte.
Image-to-Video
Ein Verfahren, das aus einem Standbild eine bewegte Szene macht. Das Bild gibt Komposition, Licht und Figur vor, das Modell ergänzt die Bewegung. Wir arbeiten fast immer so, weil wir das Standbild vorher freigeben lassen können. Der Gegenpart ist Text-to-Video, wo die Szene allein aus einer Beschreibung entsteht.
Inpainting
Das gezielte Austauschen eines Bildbereichs, während der Rest unverändert bleibt. Damit korrigieren wir einzelne Fehler, etwa ein falsches Etikett oder eine Hand mit zu vielen Fingern, ohne die ganze Einstellung neu zu erzeugen.
Keyframe
Ein Bild, das einen festen Zustand markiert, zwischen dem die Software die Bewegung berechnet. In der KI-Produktion geben wir oft ein Anfangs- und ein Endbild vor und lassen das Modell den Weg dazwischen erzeugen. Das gibt der Bewegung eine Richtung, die wir vorher sehen können.
KI-Animation
Bewegte Bilder, deren Einzelbilder ganz oder teilweise von einem Modell erzeugt werden. Der Unterschied zur klassischen Animation liegt nicht im Ergebnis, sondern im Weg: Statt jede Bewegung von Hand zu bauen, beschreiben wir die Szene und wählen aus vielen Ergebnissen aus. Für erklärende Filme siehe Erklärvideo.
KI-Avatar
Eine erzeugte Person, die in die Kamera spricht. Üblich für Produktvorstellungen, Schulungen und Anzeigen, in denen jemand etwas erklärt, ohne dass dafür gedreht wird. Ein Avatar ist kein Abbild einer realen Person, und genau das ist der Unterschied zum Deepfake. Mehr dazu unter Avatar-Video.
KI-Film
Ein Film, dessen Bilder überwiegend generativ entstehen statt gedreht zu werden. Konzept, Regie, Auswahl, Schnitt und Ton bleiben menschliche Arbeit. Deshalb ist KI-Film keine Gattung, sondern ein Produktionsweg, der für Imagefilme, Werbespots und Social Ads gleichermaßen taugt. Was er kostet, steht unter Preise.
KI-Stimme
Eine synthetisch erzeugte Sprecherstimme. Sie ist schnell verfügbar, in vielen Sprachen und ohne Studiotermin änderbar. Bei langen Texten und bei Emotion hört man den Unterschied zu einer echten Sprecherin aber noch. Wir sagen vorher, wann sich eine echte Aufnahme lohnt, und rechnen sie nach Aufwand ab.
Lipsync
Die Übereinstimmung von Mundbewegung und Ton, auch Lippensynchronisation. Kurze Sätze gelingen generativ gut, lange Dialoge in Nahaufnahme bleiben aufwendig. Wenn eine Figur viel spricht, empfehlen wir einen Dreh für diese Passagen und setzen die Welt darum herum generativ.
Moodboard
Eine Sammlung von Bildern, Farben und Verweisen, die eine Richtung zeigt, bevor etwas Eigenes entsteht. Es ersetzt keine Gestaltung, sondern klärt Erwartungen: Zwei Menschen, die „hochwertig" sagen, meinen oft Verschiedenes. Ein Moodboard macht den Unterschied sichtbar, solange er nichts kostet.
Nutzungsrechte
Was Sie mit dem fertigen Film tun dürfen, wo und wie lange. Bei uns gehen die Rechte mit der vollständigen Bezahlung über und gelten dann weltweit und zeitlich unbefristet für Ihre eigenen digitalen Kanäle samt bezahlter Werbung darauf. Fernsehen, Kino und Out of Home vereinbaren wir gesondert. Die Einzelheiten stehen in den AGB.
Postproduktion
Alles nach der Aufnahme oder Generierung: Schnitt, Farbe, Ton, Grafik, Versionen und Ausspielformate. In der KI-Produktion verschiebt sich das Gewicht hierher, weil das Erzeugen schnell geht und das Auswählen, Korrigieren und Zusammensetzen die Zeit kostet.
Prompt
Die Beschreibung, aus der ein Modell ein Bild oder eine Szene erzeugt: Motiv, Kameraposition, Licht, Stimmung, Bewegung. Ein Negativ-Prompt nennt umgekehrt, was nicht vorkommen soll. Prompts sind Handwerk, nicht Zauberei, und sie allein machen noch keinen Film. Den Unterschied macht, was man aus hundert Ergebnissen auswählt.
Rohschnitt
Die erste zusammenhängende Fassung des Films, in der Reihenfolge und Länge stehen, aber Farbe, Ton und Feinheiten noch fehlen. Der Rohschnitt ist unser vierter Freigabepunkt: Hier sieht man zum ersten Mal, ob die Geschichte trägt.
Seed
Eine Zahl, die den Zufall in einem Modell festlegt. Gleicher Prompt plus gleicher Seed ergibt ein ähnliches Ergebnis, ein anderer Seed eine Variante. Wir notieren Seeds, damit eine gelungene Einstellung später reproduzierbar bleibt, etwa für eine zweite Sprachfassung.
Seitenverhältnis
Das Verhältnis von Breite zu Höhe des Bildes. 16:9 ist das liegende Format für Website und YouTube, 9:16 das stehende für Reels und Shorts, 1:1 das quadratische für den Feed, 4:5 der Zwischenschritt, der im Feed mehr Fläche bekommt. Welche Formate Sie brauchen, legen wir vor der Produktion fest, weil sie die Bildkomposition bestimmen.
Showreel
Ein kurzer Zusammenschnitt der besten Arbeiten einer Agentur oder einer einzelnen Person. Es zeigt Handschrift und Bandbreite, nicht einzelne Projekte in voller Länge. Unseres läuft auf der Startseite, die einzelnen Filme stehen unter Imagefilm-Beispiele.
Social Ads
Bezahlte Anzeigen in sozialen Netzwerken, meist kurz, meist im Hochformat, meist in mehreren Fassungen für denselben Zweck. Anders als ein Imagefilm wird eine Social Ad nicht einmal produziert und dann jahrelang gezeigt, sondern laufend getauscht. Deshalb rechnet sich hier die generative Produktion besonders. Mehr unter KI-Videos für Social Media Ads.
Sounddesign
Alles Hörbare außer Musik und Sprache: Schritte, Türen, Wind, das Klicken eines Verschlusses. Sounddesign erzeugt Glaubwürdigkeit, die man nicht bewusst bemerkt. Bei generierten Bildern ist es besonders wichtig, weil die Szenen stumm entstehen und ohne Ton künstlich wirken.
Spec-Work
Arbeit, die ohne Auftrag entsteht, um zu zeigen, was möglich ist. Alle Filme in unserem Portfolio sind Spec-Work, teils für erfundene Marken, teils als freie Interpretation bekannter Marken. Wir schreiben das an jeden Film, weil ein Portfolio ohne diese Angabe eine Kundenliste vortäuscht, die es nicht gibt.
Storyboard
Der Film als Folge von Zeichnungen oder Bildern, eine je Einstellung, mit Notizen zu Kamera, Bewegung und Ton. Es klärt vor der Produktion, ob die Geschichte trägt. In der KI-Produktion wächst das Storyboard oft direkt in Styleframes hinein, weil wir die Bilder ohnehin erzeugen.
Styleframe
Ein Standbild in der endgültigen Bildsprache: Look, Licht, Farbe und Komposition, wie sie später im Film aussehen sollen. Styleframes sind unser zweiter Freigabepunkt, und sie sind der wichtigste. Gefällt der Look hier nicht, kostet die Änderung fast nichts. Nach der Produktion kostet dieselbe Änderung ein Vielfaches.
Synthetische Medien
Oberbegriff für Bild, Ton und Video, die ganz oder teilweise maschinell erzeugt wurden. Der Begriff taucht vor allem in Regeln und Plattformrichtlinien auf, etwa wenn YouTube oder Meta eine Kennzeichnung verlangen. Im Alltag sagt niemand so, in Verträgen und Gesetzestexten schon.
Teaser
Eine kurze Fassung, die neugierig machen soll, ohne alles zu zeigen, meist fünf bis fünfzehn Sekunden. Aus einem Imagefilm entstehen so mehrere Teaser für verschiedene Kanäle. Weil dafür vorhandenes Material neu zusammengesetzt wird, ist ein Teaser deutlich günstiger als ein eigener Film.
Text-to-Video
Eine Szene entsteht allein aus einer geschriebenen Beschreibung, ohne Vorlagebild. Das ist schnell und gut für Suchbewegungen am Anfang eines Projekts. Für die fertige Produktion arbeiten wir meist mit Image-to-Video, weil sich das Ergebnis dann vorher freigeben lässt.
UGC-Video
Ein Video im Stil eines echten Nutzervideos: Handkamera, natürliches Licht, Umgebungston, kein Studio. UGC steht für user generated content. Als Anzeige wirkt dieser Stil oft besser als Hochglanz, weil er im Feed nicht wie Werbung aussieht. Wer so wirbt, muss die Anzeige als solche kennzeichnen. Mehr unter UGC-Videos mit KI.
Untertitel
Eingeblendeter Text, der das Gesprochene wiedergibt. In sozialen Netzwerken laufen die meisten Videos stumm, deshalb sind Untertitel dort keine Zusatzleistung, sondern Voraussetzung. Fest eingebrannte Untertitel laufen überall, nachträglich einschaltbare lassen sich übersetzen und durchsuchen.
Upscaling
Das Hochrechnen eines Bildes oder Films auf eine höhere Auflösung. Generierte Szenen entstehen oft kleiner als die Endgröße, das Upscaling bringt sie auf 4K. Es ersetzt keine Details, die nie da waren, holt aber aus vorhandenen deutlich mehr heraus.
Häufige Fragen
Wozu braucht eine Agentur ein Glossar?
Weil in Angeboten und Freigaberunden Wörter fallen, die niemand erklärt. Wer weiß, was ein Styleframe ist, versteht, warum die Freigabe an dieser Stelle Geld spart. Das Glossar soll Ihnen das Gespräch mit uns leichter machen, nicht uns klüger aussehen lassen.
Ein Begriff fehlt, was tun?
Schreiben Sie uns, wir nehmen ihn auf. Die Liste ist aus echten Rückfragen entstanden und wächst entsprechend weiter.
Gelten diese Erklärungen allgemein oder nur bei Ihnen?
Die Begriffe sind allgemein, die Praxisabschnitte beschreiben, wie wir damit arbeiten. Wo eine andere Agentur es anders handhabt, steht das als unsere Entscheidung da und nicht als Regel.
Weiterlesen: So läuft ein Projekt ab • Preise • KI-Video erstellen lassen • Ratgeber
Einen Begriff vermisst?
Schreiben Sie uns, welcher fehlt. Wir ergänzen ihn und erklären ihn im Erstgespräch ohnehin.
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